Wer braucht Blockchain?

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Blockchain ist ein Datenspeicher, der mehreren Teilnehmern im Netzwerk gemäß definierter Zutritts- und Zugriffsbeschränkungen zur Verfügung steht. Partner teilen sich Informationen oder erzeugen selbst welche. Es kommen Governance-Richtlinien zum Einsatz.

Wofür wird die Blockchain eingesetzt?

Ihr Einsatz liegt vor allem im Umfeld des Internets der Dinge und Predictive-Methoden. Predictive Maintenance beschreibt beispielsweise die Möglichkeit anhand von Blockchain und Big Data Vorhersagen für anstehende Wartungen oder zukünftige Maschinenausfälle zu erstellen.

Grundsätzlich gibt es viele Möglichkeiten, innovative Produkte und Geschäftsmodelle mit der Blockchain zu gestalten, doch die Potenziale der Technologie liegen derzeit wohl vor allem in der Produktion und damit der Industrie 4.0.

Blockchain in der Produktion

Immer dann, wenn autonom abwickelbare, nahtlose und dynamische Transaktionen in Echtzeit zwischen ungleichen Partnern durchgeführt werden soll, eignet sich die Blockchain als Technologie. Durch digitale Verträge, den Smart Contracts, lassen sich im Internet der Dinge vordefinierte, vertragsähnliche Übereinkünfte abbilden.

Sie basieren auf dem “Wenn-Dann-Prinzip” und treten automatisch in Kraft, wenn die Blockchain die Einhaltung der darin hinterlegten Bedingungen bestätigt. Auch Smart Contracts sind Programmcodes, die von Entwicklern entsprechend der individuellen Anforderungen erstellt werden.

Mehrere Blockchains haben Ableitungen der klassischen Smart Contracts erstellt und ihre Abwicklung unterschiedlich aufgestellt. Dazu zählen Polkadot, Dfinity, IOTA und Ethereum. Konkrete Anwendungen für die Blockchain in der Produktion sind beispielsweise:

  • Automatische Transaktionen im Produktionsumfeld
  • Machine-to-Machine (M2M) Kommunikation
  • Bereitstellung von Informationen über den gesamten Produktlebenszyklus
  • Optimierung von Supply-Chains
  • Optimierung von Just-in-Time-Prozessen

Blockchain in der Logistik

Vom Rohstofflieferanten bis zum Endkunden, so verläuft die Wertschöpfungskette. Sie rückt zunehmend in den Mittelpunkt der Bemühungen von Unternehmen, um für mehr Effizienz und Transparenz zu sorgen. Ein Produkt durchläuft unterschiedlich viele Stufen von der Produktion über die Lagerung bis hin zum Transport.

Daran beteiligt sind die unterschiedlichsten Akteure mit einem uneinheitlichen Bild aus Systemen und Schnittstellen. Diese sind geprägt von hoher Ineffizienz und mangelnder Interoperabilität.

In der Logistik bieten sich Anwendungen im Bereich Track&Trace an, die dafür sorgen, dass die relevanten Informationen für Import und Export ständig verfügbar sind. Auch die strikte Nachverfolgbarkeit und Authentifizierung bieten zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für die Blockchain.

Es geht hier vor allem um eine bisher unerreichte Sicherheit der Datenqualität. Objekte erhalten einen digitalen Zwilling, beispielsweise über den Tangle von IOTA und sind eindeutig identifizierbar. Ihr Ursprung kann genauso über die Blockchain validiert werden wie ihre Weiterverarbeitung oder der aktuelle Zustand.

Bestandskontrolle
Quelle: www.mecalux.de/blog/bestandskontrolle

Das gilt auch für Rohstoffe und Güter. Es ergibt sich eine automatische Bestandskontrolle, einschließlich der vollständigen Überwachung aller Lieferketten. Aspekte wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, soziale Beteiligung oder Compliance lassen sich transparent abbilden, was wiederum die Kundenzufriedenheit steigert.

Blockchain und das Internet der Dinge

Ein Netzwerk aus Endgeräten, wie Sensoren, Kameras, Maschinen, Robotern oder mobilen Devices braucht Platz für seine Schnittstellen, Daten und die Integration der Systeme. Das Internet der Dinge stellt diesen Platz dar und ist ein neues Anwendungsfeld für die Blockchain und andere innovative Technologien.

Physische Dinge erhalten ein digitales Abbild, das führt zu einer Verschmelzung von realer und digitaler Welt. Mehr Geräte und Maschinen erzeugen noch mehr Daten und der Umgang mit ihnen wird zunehmend komplexer. Zentrale Systeme kommen an ihre Grenzen. Über Verfügungsrechte ist das Internet der Dinge kontrollierbar und gewährt die Einhaltung von Datenschutz und Privatsphäre.

Das Internet der Dinge beschreibt eine Plattform, in der mobile Endgeräte gekoppelt sind, um Daten zu erzeugen und diese miteinander auszutauschen. Sie agieren autonom wie beispielsweise beim autonomen Fahren. Über die Blockchain lassen sich Güter und Objekte im IoT digital abbilden, registrieren und steuern.

Die Interaktion erfolgt über die direkte Kommunikation aller Beteiligten, was auch als Peer-to-Peer (P2P) bezeichnet wird. Die Rechte an den Gegenständen oder ihre Daten lassen sich im kryptographisch verschlüsselten Vertrauensnetzwerk dezentral steuern, was für eine hohe Sicherheit sorgt. Alle getätigten Transaktionen und die aktuellen Eigentümersituationen sind transparent auf der Blockchain gespeichert.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain

In der Energiebranche zur dezentralen Steuerung erneuerbarer Energiequellen und dem Management des Energiehandels, beispielsweise über Smart Grids.

In der Mobilitätsbranche zum Austausch individueller Bewegungsdaten für die Vehicle-to-Vehicle-Kommunikation. Förderung neuer Geschäftsmodelle für nahtlose Mobilitätsdienstleistungen.

In Smart Home Netzwerken zum Austausch und Management vernetzter Gegenstände und der Automatisierung von Plattform-übergreifenden Anwendungen.

Im Einzelhandel zur Bereitstellung individuelle Präferenzen und der Optimierung des Angebotes von Herstellern und Händlern. Verstärkte Kundeninteraktion und Entwicklung neuer Services.

Im Gesundheitswesen zur Ausstellung digitaler Gesundheitsdaten wie den Corona-Impfpass oder einer Gesundheitsakte.

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